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Entzündung des Tränensacks (Dakryozystitis)

  • Autorenbild: zumlorcheborn
    zumlorcheborn
  • 11. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
hind

Die Entzündung des Tränensacks, in der Fachsprache als Dakryozystitis bezeichnet, ist eine schmerzhafte Entzündung des Tränensacks also des Hohlraums im inneren Augenwinkel, der Teil des Tränenabflusssystems ist. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und sowohl Menschen als auch Tiere betroffen, also auch Hunde.

Anatomischer Hintergrund

Der Tränensack (lateinisch saccus lacrimalis) gehört zum sogenannten Tränenapparat, der für die Produktion und Ableitung der Tränenflüssigkeit verantwortlich ist. Die Tränenflüssigkeit wird in den Tränendrüsen gebildet und fliesst über feine Kanälchen (Canaliculi lacrimales) in den Tränensack, von wo aus sie durch den Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis) in die Nasenhöhle abgeleitet wird. Wird dieser Abfluss behindert oder blockiert, kann sich Sekret im Tränensack stauen, was das Risiko für eine Entzündung deutlich erhöht.

Vorkommen bei Hunden

Auch bei Hunden tritt die Dakryozystitis vergleichsweise häufig auf insbesondere bei Rassen mit:

Kurzer Nase (z. B. Mops, Shih Tzu, Französische Bulldogge)

Hängenden Lidern (z. B. Cocker Spaniel, Bloodhound)

Zuchtbedingten Verformungen der Augenpartie

Bei Tieren wird die Erkrankung oft durch ständigen Tränenfluss, Augenreiben, Entzündungen der Umgebungshaut (Tränenrinnen Dermatitis) oder eine sichtbare Schwellung erkannt.

Ursachen für Entzündung des Tränensacks

Die häufigsten Ursachen einer Dakryozystitis sind:

Verstopfung oder Engstelle des Tränennasengangs (z. B. durch angeborene Missbildungen, Entzündungen, Vernarbungen oder Fremdkörper)

Bakterielle Infektionen (meist durch Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken)

Traumatische Einwirkungen im Bereich des Tränenapparats

Tumore oder Raumforderungen in der Nasenregion

Bei Hunden auch rassebedingte Fehlstellungen oder Überzüchtungen (z. B. bei brachyzephalen Rassen mit zu engen Tränenwegen)

Symptome einer Dakryozystitis

Man unterscheidet im allgemeinen zwischen zwei Verläufen, der akuten und der chronischen Dakryozystitis. Die Symptome können in beiden Fällen aber ähnlich sein.

Akute Dakryozystitis

Schmerzhafte, gerötete und geschwollene Region im inneren Augenwinkel

Sichtbare Schwellung des Tränensacks

Eiteraustritt aus dem Tränenpünktchen oder aus einer spontan entstandenen Fistel

Allgemeinsymptome wie Fieber oder Mattigkeit (v. a. bei schweren Verläufen)

Chronische Dakryozystitis

Wiederkehrender Tränenfluss (Epiphora)

Schmierige oder eitrige Absonderung aus dem inneren Augenwinkel

Druckempfindlichkeit oder Reizungen in der Tränensackregion

Häufige Rückfälle oder schlechte Heilungstendenz

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus:

Klinischer Untersuchung (sichtbare Symptome, Palpation)

Tränenwegspülung zur Prüfung der Durchgängigkeit

Fluoreszenztest (Jones Test) zur Beurteilung des Tränenabflusses

In chronischen oder unklaren Fällen: Bildgebung wie Röntgen, Ultraschall oder CT/MRT

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad der Entzündung und kann entweder konservative Behandlungsformen als auch (in schwereren Fällen) chirurgische Maßnahmen umfassen.

Konservative Therapie

Antibiotika (lokal als Augentropfen/ salben oder systemisch bei bakterieller Ursache)

Wärmeanwendungen zur Förderung der Durchblutung und Entleerung

Tränenweg Spülung zur Reinigung und Durchgängigkeit

Chirurgische Maßnahmen

Inzision und Drainage bei Abszessbildung

Dacryozystorhinostomie (DCR): operative Verbindung zwischen Tränensack und Nasenhöhle bei chronischen Fällen

Entfernung des Tränensacks (Dakryozystektomie) als letzte Option bei therapieresistenten Verläufen

Prognose und Prävention

Die Prognose ist bei frühzeitiger Behandlung in der Regel gut. Chronische Fälle oder anatomische Ursachen können jedoch eine langfristige Therapie oder Operation erforderlich machen. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann es zu Komplikationen wie Abszessen, Fistelbildung oder einer Ausbreitung der Infektion kommen (z. B. in die Orbita oder ins Gehirn).

Präventive Maßnahmen umfassen unter anderem:

Regelmäßige Augenpflege, insbesondere bei gefährdeten Hunderassen

Frühe Behandlung von Bindehautentzündungen oder Infekten

Vermeidung von Zugluft und Fremdkörperkontakt

Zuchtkontrolle zur Vermeidung anatomisch bedingter Engpässe


C. Kaul

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