Verdauungstrakt und Harnsystem
- zumlorcheborn

- 8. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Ein stilles Zusammenspiel und der Anfang von echten Antworten Viele Symptome beim Hund entstehen nicht dort, wo sie sichtbar werden. Wer Darm und Niere gemeinsam denkt, erkennt Muster, bevor sie Chronisch werden. Dein Hund zeigt vielleicht nur Bauchgrummeln oder Müdigkeit und doch steckt mehr dahinter. Manchmal ruft die Niere, wenn der Darm längst überfordert ist.
Was Niere und Darm beim Hund verbindet und warum du beide gemeinsam denken solltest
Verdauungstrakt und Harnsystem, zwei verschiedene Baustellen? Nicht ganz. In Wahrheit bilden Niere und Darm ein Team im Hintergrund, das deinen Hund jeden Tag am Laufen hält. Sie regeln den Flüssigkeitshaushalt, balancieren Elektrolyte, filtern Giftstoffe und stimmen sich hormonell ab. Und wenn einer dieser beiden aus dem Takt gerät, bekommt der andere die Rechnung. Viele Symptome, die nach „Darmproblem“ aussehen, haben einen nierenbedingten Ursprung. Und umgekehrt. Genau deshalb lohnt es sich, das Zusammenspiel zu verstehen, bevor man mit Spezialfutter, Entgiftungskuren oder Nahrungsergänzungsmitteln loslegt. Wenn die Niere schwächelt, verändert sich auch der Darm Auch die andere Richtung ist relevant. Eine Niere, die nicht mehr gut entgiftet, lässt Abfallstoffe im Blut zirkulieren. Das belastet den Darm. Die Darmschleimhaut wird empfindlicher, die Verdauung träger, manchmal kippt das Verhalten in dem Zusammenhang. Viele dieser Hunde werden reizbarer, ziehen sich zurück oder verweigern Futter nicht, weil sie „heikel“ sind, sondern weil ihr inneres Gleichgewicht durcheinander ist. Die meisten klassischen Nierendiäten greifen hier zu kurz. Sie berücksichtigen nicht, was die Niere und der Darm im Zusammenspiel brauchen. Genau deshalb brauchen Hunde in solchen Phasen keine fertige Lösung sie brauchen jemanden, der erkennt, wo man ansetzen kann.
Ein Blick hinter die Kulissen: Die stille Zusammenarbeit von Darm und Niere
Die Hauptrolle der Niere ist bekannt: Sie filtert Abfallstoffe, scheidet Harnstoff aus und regelt den Blutdruck. Der Darm hingegen ist für die Aufnahme zuständig Nährstoffe, Elektrolyte, Wasser. Was oft übersehen wird: Beide Systeme sind aufeinander abgestimmt. Beispiel Wasserhaushalt: Der Darm nimmt Wasser aus der Nahrung auf. Die Niere entscheidet später, wie viel davon behalten oder ausgeschieden wird. Bei einem Überschuss reguliert sie über den Urin, bei Mangel wird Wasser zurückgehalten. Dieser Mechanismus funktioniert nur, wenn beide Organe ihren Job machen und über Hormone wie Aldosteron und Vasopressin im Gleichgewicht sind. Kommt es zu chronischem Durchfall, wird nicht nur Flüssigkeit verloren, sondern auch Salz. Die Niere merkt das und versucht gegenzusteuern. Das klappt eine Weile, aber irgendwann zeigen sich erste Verschiebungen im Blutbild. Umgekehrt: Wenn die Niere schlappmacht, staut sich Harnstoff, was wiederum den Darm reizt. Viele Hunde zeigen dann Blähungen, Appetitlosigkeit oder Übelkeit.
Darm Nieren Achse: Warum Mikrobiom und Stoffwechsel Hand in Hand arbeiten
Ein besonders spannendes Thema ist die sogenannte Darm-Nieren-Achse. Dabei geht es um die Verbindung zwischen Mikrobiom und Nierenfunktion. Im Darm leben Milliarden Bakterien, die Enzyme, Botenstoffe und sogar Giftstoffe produzieren, je nach Zusammensetzung. Bei einem gestörten Mikrobiom entstehen vermehrt sogenannte urämische Toxine, die die Nieren zusätzlich belasten. Umgekehrt beeinflusst eine eingeschränkte Nierenfunktion die Zusammensetzung des Mikrobioms negativ. Diese wechselseitige Wirkung ist wissenschaftlich gut dokumentiert, in der Humanmedizin genauso wie in der Tiermedizin. Trotzdem wird sie im Praxisalltag oft ignoriert. Ein Hund mit erhöhten SDMA-Werten bekommt eine Nierendiät und das Mikrobiom bleibt außen vor. Und das ist einer der größten Fehler im System.
Warum ein „sensibler Magen-Darm-Trakt“ oft mehr ist als nur Futterfrage
Viele Halter sprechen von Hunden mit empfindlichem Bauch, wechselhaftem Appetit oder häufigem Grasfressen. Was dabei gerne vergessen wird. Der Darm ist nicht nur Verdauungsorgan, sondern auch Immunzentrale, Hormonschnittstelle und Sensor für innere Belastung. Wenn dein Hund plötzlich nichts mehr mag, wenn er ständig kotet, obwohl er kaum frisst, oder wenn sein Verhalten sich schleichend verändert dann lohnt sich ein Blick auf beide Organe. Nicht jeder „schlechte Fresser“ ist mäkelig. Manchmal ist der Körper einfach überfordert mit der Entgiftung und das System schützt sich selbst.
Weniger behandeln, mehr verstehen
Du musst keine Tierarzt sein, um mitdenken zu können. Du brauchst kein Laborgerät, um zu erkennen, wann dein Hund aus dem Gleichgewicht ist. Was du brauchst, ist Wissen und zwar eins, das dich handlungsfähig macht, bevor es ernst wird. In den neuen Webinaren bekommst du genau das. Wissen, das dir hilft, deinen Hund ganzheitlich zu begleiten. Nicht mit Panik, sondern mit Klarheit. Nicht mit blindem Aktionismus, sondern mit System. Da steckt mehr dahinter, als man denkt, dann liegst du richtig. Du brauchst kein Spezial wissen. Du brauchst keine Diagnose. Nur die Bereitschaft, hinzuschauen, bevor etwas kippt. Vielleicht geht es bei deinem Hund nicht um das eine Symptom. Nicht um den Durchfall. Nicht um den einen Blutwert. Vielleicht geht es darum, endlich zu verstehen, wie dein Hund als Ganzes funktioniert. Und, dass Heilung nicht mit dem nächsten Futter beginnt, sondern mit dem Blick dahinter.
C. Kaul



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