Wachstumsfugen (Epiphysenfugen)
- zumlorcheborn

- 24. Sept. 2025
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Wachstumsfugen (Epiphysenfugen) sind knorpelige Zonen zwischen den Knochenenden und dem Schaft langer Röhrenknochen. Sie ermöglichen das Längenwachstum der Knochen und sind während der Entwicklung besonders anfällig für Verletzungen. Bei Welpen und Junghunden spielen sie eine zentrale Rolle in der gesunden Entwicklung des Bewegungsapparates.
Anatomie und Funktion
Wachstumsfugen bestehen aus Knorpelgewebe, das im Laufe der Entwicklung nach und nach in Knochen umgewandelt wird (Ossifikation). Solange die Fugen offen sind, können die Knochen weiter in die Länge wachsen. Sobald die Fugen verknöchern, ist das Längenwachstum abgeschlossen.
Schließung der Wachstumsfugen
Der Zeitpunkt der Schließung variiert nach Knochenregion, Rasse und Größe des Hundes,
Kleinrassen: meist mit 8–12 Monaten abgeschlossen
Mittlere Rassen: ca. 12–15 Monate
Groß und Riesenrassen: bis zu 18–24 Monate
Beispiel: Die Elle (Ulna) schließt oft früher, während Fugen im Schulter oder Oberschenkelbereich länger offen bleiben können.
Risiken bei offenen Wachstumsfugen
Solange die Fugen nicht geschlossen sind, sind sie empfindlich gegenüber mechanischen Belastungen,
Frakturen im Bereich der Wachstumsfugen können zu Fehlstellungen führen.
Überlastung (z. B. durch intensives Springen oder übermäßiges Treppensteigen) kann das Wachstum beeinträchtigen.
Fehlerhafte Ernährung mit zu viel Energie oder Kalzium kann zu Wachstumsstörungen und orthopädischen Erkrankungen führen (z. B. OCD, HD).
Klinische Bedeutung
Tierärzte beurteilen den Schließungsstatus der Wachstumsfugen mithilfe von Röntgenaufnahmen. Dies ist besonders wichtig bei orthopädischen Problemen, bei geplanten Operationen (z. B. Korrekturen am Skelett) oder zur Beurteilung des Wachstums.
Tipps für Hundehalter
Junge Hunde nicht überlasten lange Radtouren, exzessives Ballwerfen oder Sprünge vermeiden.
Ausreichend, aber altersgerechte Bewegung (Spaziergänge, freies Spiel auf weichem Untergrund) fördern.
Ausgewogene Ernährung für Welpen und Junghunde wählen, speziell abgestimmt auf die Rassengröße.
Bei Lahmheiten oder Schmerzen immer tierärztlich abklären lassen.
Fazit
Wachstumsfugen sind entscheidend für ein gesundes Knochenwachstum beim Hund. Solange sie offen sind, müssen Belastung, Bewegung und Ernährung sorgfältig angepasst werden, um Schäden zu vermeiden. Erst nach vollständigem Verschluss ist der Bewegungsapparat stabil und belastbar.
C. Kaul



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